Wenn ein erwachsener Gast nicht isst, was auf den Tisch kommt

Landschaftsillustration

Es ist ein Moment, den viele Gastgeber fürchten: Alle essen, nur ein erwachsener Gast schiebt das Essen auf dem Teller hin und her. Man fragt sich, ob es nicht schmeckt, ob man etwas falsch gemacht hat oder ob der Gast etwas nicht verträgt. Meist steckt nichts Dramatisches dahinter. Manche Menschen haben einfach ihre Vorlieben, und manchmal fehlt schlicht der Appetit. Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen.

Bleiben Sie zunächst gelassen. Machen Sie kein großes Aufheben, und sprechen Sie den Gast nicht vor allen anderen an. Eine leise Frage im richtigen Moment, ob Sie etwas anderes anbieten dürfen, ist höflicher als eine laute Nachfrage über den Tisch. Oft reicht es, Brot, Salat oder Beilagen in die Mitte zu stellen, damit sich der Gast selbst nehmen kann, was ihm zusagt.

Vorher fragen, nachher gelassen bleiben

Am besten fragen Sie schon bei der Einladung, ob es etwas gibt, das der Gast nicht isst oder nicht verträgt. Bei Allergien oder anderen besonderen Bedürfnissen nehmen Sie die Antwort ernst und richten sich danach. Wenn jemand sagt, dass er etwas nicht mag, ist das ebenfalls eine Information, die man ruhig respektieren darf, ohne nachzuhaken. Wer vorher gefragt hat, muss sich am Abend nicht mehr wundern.

Ein paar einfache Beilagen helfen immer: Erdäpfel, Reis, Brot, Gemüse und ein Salat sind fast überall willkommen. Wenn das Hauptgericht nicht für alle passt, sättigen die Beilagen trotzdem. Halten Sie außerdem etwas Kleines in Reserve, zum Beispiel Käse, Eier oder eine Suppe, die sich schnell aufwärmen lässt. So können Sie diskret reagieren, wenn jemand Hunger hat und das Gericht nicht mag.

Kommentieren Sie den vollen Teller nicht. Wer sich beobachtet fühlt, isst oft noch weniger, und der Abend wird unangenehm. Sprechen Sie stattdessen über etwas anderes, und lassen Sie den Gast in Ruhe. Vielleicht braucht er einfach etwas Zeit oder mag später noch einen Bissen. Am Ende des Abends können Sie anbieten, etwas für zu Hause einzupacken.

Nehmen Sie es nicht persönlich. Ein Gast, der wenig isst, wertet damit nicht Ihre Kochkunst ab. Er hat vielleicht einen langen Tag hinter sich oder ist zu aufgeregt zum Essen. Wenn die Stimmung gut ist und das Gespräch lebendig, bleibt von der Sache bald nichts mehr übrig. Für das nächste Mal wissen Sie mehr und können den Tisch noch besser darauf einstellen.